Marie platziert eine Wette. Dirk winkt. Und ich lege die fettig-heißen Pommes unter meinen Sitz.

Es ist Buchmesse. Mit Take-Aw.ai unserem Tool, das gesprochene Beiträge in Echtzeit zu geteilten Erkenntnissen synthetisiert, sind wir zu Gast im Forum Mensch und KI und begleiten das SZ-Institut. Dirk hat Fragen. An seine Gäste auf und vor der Bühne:

  • Was fasziniert dich an KI?
  • Welche Unsicherheiten verspürst du im Umgang mit KI?

Alle sind eingeladen laut zu denken. Take-Aw.ai hört geduldig zu. Auch wenn sich der Gedanke erst beim Sprechen verfertigt.

Ich glaube, daß mancher großer Redner, in dem Augenblick, da er den Mund aufmachte, noch nicht wußte, was er sagen würde. Aber die Überzeugung, daß er die ihm nötige Gedankenfülle schon aus den Umständen, und der daraus resultierenden Erregung seines Gemüts schöpfen würde, machte ihn dreist genug, den Anfang, auf gutes Glück hin, zu setzen.

Schreibt Kleist 1811.

Genau diesen Moment fängt Take-Aw.ai auf: Im Gegensatz zu dem Nerv einer zu langen Sprachnachricht, die mehr dem Sprechenden beim Denken, als dem Zuhörenden beim Verstehen dient öffnen wir mit Take-Aw.ai dem laut Denken mit Freude die Ohren. Wir nutzen die Fähigkeit der KI aus vielen Nachrichten in Sekundenschnelle geteilte Erkenntnisse und ein gemeinsames Denkwerk zu synthetisieren.

Umso spannender der Moment: Marie Kilg spricht im Talk „Wer wird in Zukunft noch schreiben?“ auf gleichermaßen persönliche, wie anschauliche Weise über das Schreiben mit KI. Und platziert eine Wette. Kann KI 2030 ein Buch schreiben, dem sie eine 4,5 Sterne Bewertung geben würde. Eine Ja/Nein Frage. Entweder oder. Sie fragt: „können wir nicht dieses Tool da nutzen, das ich gerade gesehen habe – liebes Publikum mich interessiert Ihre Meinung!“

Nun. Take-Aw.ai ist kein binäres Voting-Tool. Ich lege die Pommes aus der Hand, formuliere mit Dirk eine Einladung zum Mitdenken als offene Frage, tippe: „KI wird 2030 ein Buch schreiben, das Marie mag. Was ist Ihre Meinung?“ und starte die App auf den Bildschirmen der Bühne.

Mehr als 30 Personen sprechen – nein denken laut in ihr Telefon. Die Zusammenfassung erscheint auf der Bühne. Erstaunlich progressiv und differenziert ist die Betrachtung.

Durchschnittsleser werden KI-Texte nicht mehr von menschlichen unterscheiden können

Allgegenwart von KI macht die Frage nach dem Autor irrelevant

KI wird massentaugliche Bücher schreiben – noch vor 2030

Hier entsteht eine Spannung. Jetzt könnte eine Podiumsgespräch oder ein Fishbowl starten. Die Diskussion würde an einem Punkt starten bei dem viele Panels sonst enden.

Das kann Mensch und KI. Das kann ein Forum mit Take-Aw.ai.

Was nicht geklärt wird: Ob Marie das Buch mag. Das vermag nur Marie mit ihrem persönlichen Literaturing-Test.

Michael Schieben @michaelpush